Von nix kommt nix! Also werden erst mal ein paar starke Kerle ausgesucht, die auch richtig anpacken können. Und damit auch so richtiges Ballon- Feeling aufkommt, werden gleich zwei Männer zum Ausladen des Equipment konsultiert. Währenddessen startet der Pilot schon mal eine Probefahrt, natürlich mit einem Testballon. Dieser zeigt dem Piloten und der späteren Besatzung, woher der Wind weht und wo es heute lang geht. Der Pilot breitet seine Karte aus, nordet sie ein und erklärt, das es heute in Richtung Hohes Venn geht und das wir mit ein bisschen Glück auch noch etwas von Aachen mitnehmen. Inzwischen hätten sich die Männer ein kühles Blondes verdient, aber wie es in der Ballonfahrt nun mal ist, gibt's die Brause erst nach der Landung! Das Aufrüsten steht noch bevor und so heißt es erst mal den Korb bestücken. Hierbei werden die Gasflaschen in die Gaszelle des Korbs gestellt und mit einem Haltegurt gesichert. Eine zusätzliche Gasflasche wird zum Aufrüsten benötigt und wird temporär in eine der Passagierzellen gestellt. Inzwischen sind weitere kräftige Männer gefunden, die damit beschäftigt werden, die Ballonhülle zu entwirren und das Aufrüstgebläse an den richtigen Platz zu schaffen. Die Nylonstützen des Brennerrahmens liegen schon an der Seite des Korbes, da heißt es für mich, sich erst mal dünn zu machen. Es könnte ja jemand auf die glorreiche Idee kommen, mich in das frohe Schaffen einzubinden. So habe ich viel Zeit, das Geschehen vor Ort zu beobachten und tolle Fotos, z.B. davon, wie unsere Freunde den Brenner montieren und überlegen, an welcher Stelle das Funkgerät angebracht wird, zu schießen. Die Hülle liegt schon ausgebreitet am Boden, die Tragseile sind mit Karabinerhaken an den Ösen des Brennerrahmen befestigt und das Gebläse knattert los, da wartet schon die nächste Herausforderung auf unsere Jungs: Das Festhalten der Hülle an den unteren Enden. Hierbei ist Standhaftigkeit und Ausdauer gefordert, denn je voller, umso doller zieht die Last der 150 kg schweren Stoffbahnen an die Arme der eisern durchhaltenden Männer. Ist der Brenner erst mal bereit, gibt's eine Dosis Warmes und die Hülle macht einen leichten Satz nach Oben. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis die Hülle sich langsam aufbäumt. Bevor sie sich ganz aufrichtet, wird die fast leere Aufrüstflasche aus dem Korb entfernt, der Korb wird aufgerichtet und mit einen Stoß aus der Hitzekanone ist der Ballon schon startklar. Eine kurze Rücksprache mit dem Fahrer des Verfolgers und ein Radio- Check schließen den anstrengenden Teil der Ballonfahrt ab. Bevor es gen Himmel geht, gibt es am Boden nochmals kurze Anweisungen. Ein Schnappschuss vom startklaren Ballon hätte beinahe dazu geführt, dass der Ballon ohne mich abgehoben wäre. Ich war jedoch noch rechtzeitig an Bord und somit stand unserer Reise über Ostbelgien nichts mehr im Wege! Langsam bewegt sich der Ballon aufwärts und alle am Boden gebliebenen Zuschauer und die Angehörigen der Passagiere verabschieden uns jubelnd.
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