Wettersituation Gewitter, Feuer nach Blitzschlag (Foto: Dietmar Kuchen-Windmüller)


Das richtige Ballonwetter

Ausschlag gebend dafür, ob ein Ballon überhaupt startet, ist das Wetter. Wichtige Parameter hierbei sind die Windrichtung, die Windgeschwindigkeit, die Thermik und nicht zuletzt die zu erwartende Wettersituation am Startplatz und während der Fahrt. Daher sollte man sich bei der Planung einer Ballonfahrt darauf einstellen, das die geplante Fahrt noch kurz vor dem Start abgebrochen werden kann. Um in etwa beurteilen zu können, ob ein Ballon startet oder nicht, gibt es einige Anhaltspunkte bei der Wetterbeobachtung, die es ihnen ermöglichen, die Wettersituation selbst einzuschätzen. Das Wetter zu erkunden, kann für den einen oder anderen ein interessantes Hobby werden. Es setzt jedoch sehr komplexes Grundwissen in Meteorologie, Physik und Mathematik voraus. Daher kann dieser Abschnitt für einige Leser auch sehr schnell langweilig werden. Da die Wetterabläufe am Himmel sehr komplex sind, ist es nicht so einfach, alle Aspekte in Kürze eines Abschnitts abzuhandeln. Daher haben wir für die technisch oder meteorologisch interessierten Besucher eine ausführlichere Erklärung des Wetters » bereitgestellt.

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Grundsätzlich startet ein Ballon nur, wenn die Thermik » keine oder sehr geringe Einflüsse auf den Aufstieg bewirkt. In den Sommermonaten ist diese Situation hauptsächlich in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend zu erwarten, in den Wintermonaten, in denen die Sonnenintensität um ein Vielfaches geringer ist als im Sommer, kann es durchaus möglich sein, dass diese günstige Situation einen ganzen Tag lang anhält. Thermik entsteht dann, wenn die Sonne den Boden sehr stark aufheizt und die am Boden erwärmte Luft anschließend rasch aufsteigt. Anders, als beim Segelfliegen, wo der Auftrieb dynamisch durch das Hinweggleiten der Luft unter den Tragflächen und betätigen der Höhenruder bewirkt wird, ist beim statischen Auftrieb eines Heißluftballons eine zu hohe Thermik ein Risiko. Ein Aufstieg wäre zu gefährlich, weil der Pilot durch die Wechselwirkung von Aufwinden (Turbolenzen) das Sink- Steigverhalten des Ballons nicht mehr richtig beeinflussen kann.

Cumulonimbus (Foto: Dietmar Kuchen-Windmüller)
Dafür bestimmend, wie lange eine Ballonfahrt andauern würde und welche Strecke man mit einem Ballon in einer festgelegten Zeit zurücklegen würde, ist die Windstärke. Wind entsteht dadurch, wenn unterschiedlich warme Luftmassen, mit unterschiedlichem Luftdruck in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Angetrieben von der Erddrehung kommt es an solchen Stellen zu Verwirbelungen und es findet ein Potentialausgleich statt, der bewirkt, dass wärmere Luft vom Äquator in Richtung kältere Luft an den Polkappen strömt und Druckunterschiede ausgeglichen werden. Winde treten hauptsächlich um Luftdruckzonen herum auf. Um ein Tief herum drehen sie gegen den Uhrzeigersinn, um ein Hoch mit dem Uhrzeigersinn. Die Windstärke wird in Meter pro Sekunde (m/s) oder international in Knoten (kt) gemessen und in Bft eingeteilt. Sie kann mit Hilfe der sogenannten nach dem 1806 von dem englischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774 - 1857) erarbeiteten Beaufortskala » ermittelt werden. Die Beaufortskala teilt die Windgeschwindigkeit in sogenannte Windstärken zwischen 1 und 12 ein. Diese Skala entstand aus der Beobachtung der offenen See und hat den Nachteil, dass die einzelnen Stufen eine sehr große Bandbreite tatsächlicher Windstärken umfassen. Ein Ballon startet nur, wenn die Windverhältnisse es zulassen.

Ebenso wichtig ist es vor dem Start die unmittelbar zu erwartende Wettersituation zu ermitteln. Es sollte jedem wie ein Blitz einleuchten, das ein Ballon vor einem zu erwartenden Gewitter nicht starten wird. Ebenso wenig bei zu erwartendem Regen oder anderen Niederschlägen.

Der Pilot wird unmittelbar vor dem Start die aktuellen, für den Startplatz und dessen Umgebung gesetzlich vorgeschriebenen, relevanten Wetterdaten von einem zugelassenen Flugwetterdienst einholen und Ihnen seine Entscheidung mitteilen. Vorzüglich startet ein Ballonpilot am frühen Morgen, da zu derzeit die Einwirkung der Thermik sehr gering ist und die Fahrt den Sonnenaufgang begleitet. Somit bleibt nach der Landung mehr Zeit, um den Ballon in Ruhe abzurüsten und nach der Taufe bei einem Frühstück noch einen kleinen Plausch mit anderen Passagieren oder der Ballon-Crew zu halten. Sie sollten, wenn Sie eine Fahrt in den frühen Morgenstunden planen, damit rechnen, dass die Wiesen vom Frühdunst noch feucht sein können und vom weidenden Vieh mit Exkrementen übersäht sind. Daher empfiehlt sich festes Schuhwerk und Hosen, die ihre besten Tage schon hinter sich haben.

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