Luftdruckzonen (Zeichnung: Dietmar Kuchen-Windmüller)


Wenn das Hoch tief runterfällt, etwas über das Wetter

Wenn man unter Nachbarn sich nicht gegenseitig schlecht machen will, redet man am Besten über das Wetter und über die Kopfschmerzen, die wieder mal der Schnee, der in der Luft liegt verursachen soll. Tatsächlich wird in unserer Gesellschaft über nichts häufiger gesprochen, als über das Wetter. Ob Regenwetter oder Sonnenschein; Es gibt fast immer was zu meckern. Dabei hat jede Wettersituation in der Natur seine Berechtigung. Aber was ist eigentlich Wetter? Ist wirklich Petrus an allem schuld, wenn wir schlecht gelaunt sind und vor allem, wie entstehen die verschiedenen Wettersituationen? Diese Fragen wollen wir an dieser Stelle beantworten.

Wie Sie in den vorherigen Abschnitten schon erfahren haben, spielt das Wetter in der Luftfahrt eine äußerst wichtige Rolle. Daher ist es wichtig, das der Pilot z.B. eines Heißluftballons stets die aktuelle Wettersituation richtig einschätzen kann und sich vor dem Start über die weitere Entwicklung des Wetters informiert. Damit Sie in etwa auch beurteilen können, wie das Wetter in den nächsten Stunden wird, erfahren Sie auch etwas über Voranzeichen bestimmter Wettersituationen und Wetterphänomene.

Bestimmend für die Entwicklung unseren Wetters ist das gegenseitige Aufeinanderwirken feuchter Meeres- und trockener Festlandsluft, kalter Polar- und warmer Tropenluft. Durch das Einwirken der Zentrifugalkraft, die bei der Erddrehung entsteht, werden unterschiedliche Luftmassen verwirbelt. Dabei findet ein ständiger Austausch von kalten und warmen Luftmassen statt. Die Tag- Nachtwechsel und die Meeresströmungen, die ebenfalls durch die Erddrehung entstehen, spielen hierbei zudem eine wichtige Rolle. Es entsteht ein Unterdruck in höheren Luftschichten, die feuchte Luft aus den darunter liegenden Schichten wird nach oben gesogen, es entwickeln sich allmählich Wolken. Bei gleichzeitigem Druckabfall, werden diese dann mit der Luft, die versucht diesen Druckabfall wieder auszugleichen, in eine Richtung gelenkt, in der der Luftdruck höher und der Himmel noch klar ist. Auf ihrem Weg nehmen sie immer mehr feuchte Luft auf und regnen dann allmählich ab.

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Man spricht in der Meteorologie (Wetterkunde) von zwei unterschiedlichen Luftdruckzonen, dem Tiefdruckgebiet (Zyklon) und dem Hochdruckgebiet (Antizyklon). In einer Hochdruckzone treffen wir hauptsächlich schönes, trockenes Wetter an. Kalte Luft sinkt aus höheren Luftschichten zu Boden und fließt in benachbarte Tiefdruckgebiete ab. Dabei erwärmt sie sich und kann dadurch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Vorhandene Wolken am Himmel lösen sich auf (Subsidenz). Ein Hochdruckgebiet dreht sich auf der nördlichen Halbkugel immer im Uhrzeigersinn. In der Tiefdruckzone, in der üblicher Weise schlechtes Wetter herrscht, wird die erwärmte Luft durch Unterdruck angezogen, steigt wieder auf und kühlt dabei ab. Die Feuchtigkeit kondensiert in den kühleren Luftschichten, wobei sich für uns sichtbar Wolken entwickeln, die später abregnen. Nördlich des Äquators dreht sich ein Tiefdruckgebiet immer gegen den Uhrzeigersinn. Abhängig vom Temperaturunterschied zwischen den Luftmassen, kann dieser Prozess stärkere oder schwächere Auswirkungen haben. Dementsprechend entwickeln sich auch unterschiedlich stark ausgeprägte Wetterereignisse. Um dies zu kennzeichnen, findet man in den Wetterkarten eingezeichnete Luftdruckzonen. Sie werden durch ein H für Hochdruckgebiet oder ein T für Tiefdruckgebiet markiert. Um diese Markierung herum sind meist kurvenartige Linien (Isobaren), die in unterschiedlichen Abständen zueinander liegen eingezeichnet. An der Anzahl und dem Abstand dieser Linien lässt sich die Ausdehnung und die Intensität eines Hochs b.z.w. Tiefs ablesen.

Woran kann ich erkennen, wie das Wetter wird?
Stratocumulus-Wolken aus der Luft fotografiert (Foto: Dietmar Kuchen-Windmüller)

Welches Wetter Sie in den nächsten Stunden in Ihrer Umgebung erwartet, können Sie am einfachsten bei der Beobachtung der Wolken am Himmel erkennen. Dazu sollten Sie die verschiedenen 10 Wolkengattungen, die international von der WMO (World Meteorological Organization) definiert wurden und entsprechende Arten und ihre Bedeutung kennen. In der Atmosphäre unterscheidet man drei Ebenen, in denen verschiedene Wolkenarten auftreten können:

Erste Anzeichen einer Störung können unregelmäßig verteilte Wolkenfelder und Schleierwolken (präfrontale Bewölkung) sein. Sie geben jedoch noch keinen Anlass für einen schnellen Wetterumschwung. Federwolken und Schichtwolken, die einen Hof (unscharfe Zeichnung) um die Sonne oder den Mond zeichnen, kündigen feuchteres Klima an. Ebenso verheißen Schäfchenwolken nach einer längeren Schönwetterphase nichts gutes. Hier muss man sich schon auf baldigen Regen einstellen.

Wolken sind eine Ansammlung (Kumulation) von Wasser in unterschiedlichen Aggregatzuständen. Sie entstehen in drei verschiedenen Luftschichten. In drei Kategorien und zehn Arten unterteilt, werden Sie in der Meteorologie wie folgt benannt:

  1. Hohe Wolken (bei schönem Wetter zu sehen)
  2. Mittelhohe Wolken (Haben oft Regen im Gepäck)
  3. Niedrige Wolken

Luftdruck- und Windsysteme (Zeichnung: Dietmar Kuchen-Windmüller)
Es gibt aber noch weitere Indizien, woran sich die Wettersituation ablesen lässt: Der Wind z.B. gibt Aufschluss darüber, ob es bald regnet oder schön bleibt. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die allgemeine Wetterlage in Mitteleuropa. Wenn der Wind aus westlicher Richtung (maritime Polar/ maritime Tropenluft) weht, und plötzlich auflebt, müssen Sie sich auf Regen einstellen, da über dem Atlantik die sogenannte Polarfront liegt und unterschiedliche Luftmassen dort die berühmten Tiefs entstehen lassen. Weht der Wind aus nördlicher Richtung (maritime Polarluft), kann es unangenehm kalt werden. Im Sommer ist eine solche Abkühlung gerne willkommen. Da die Luftmassen die Gebirgskämme Skandinaviens passieren müssen, haben sie Ihre Feuchtigkeit auf Grund des Abregnens der Wolken auf der Nordseite der Gebirge (Stauregen) fast verloren. Ostwind (kontinentale Polarluft) bringt im Winter Frost und im Sommer Wärme. Es wird dabei sehr trockene Festlandsluft herangeführt, die den Regen eine Weile fern hält. Bei Südwind (maritime Tropenluft) bekommen wir feucht-warmes Klima, bei dem sich im Sommer leicht lokale Gewitter bilden können. Man kann sich jedoch nicht zu hundert Prozent darauf verlassen, da es Situationen gibt, in denen gerade z.B. der Westwind günstigere Wetterverhältnisse bringt, als z.B. der Ostwind.

Zur genaueren Vorhersage finden Sie im Internet viele Angebote, bei denen Sie ein sogenanntes Regenradar oder Satellitenbilder finden. Hierbei handelt es sich um besondere Wetteraufnahmen, die es Ihnen ermöglichen, die Zugrichtung und -geschwindigkeit der Tiefdruckgebiete und die zu erwartende Niederschlagsmenge zu beobachten. Sie müssen allerdings vorher Ihren ungefähren Standort auf der Karte ermitteln. Nehmen Sie dazu eine Landkarte von Europa und stellen Sie fest, ob Ihr Standort oder eine größere Stadt in Ihrer Umgebung eingezeichnet ist. Vergleichen Sie diese mit der Karte des Regenradars. Verfolgen Sie die Niederschlagsgebiete, die sich über die Karte des Regenradars oder der Satellitenaufnahme hinwegbewegen und versuchen Sie herauszufinden, ob sich ein solches auf Ihren Standort zugbewegt. Niederschlagsgebiete sind auf der Regenradarkarte farbig markiert, in Satellitenbildern sind sie als weiße Bewölkungsgebiete sichtbar. In besonderen Satellitenbildern (Infrarotaufnahmen) wird der Grauwert der Bewölkung nach der ermittelten Temperatur angedeutet, sodass man erkennen kann, um welche Art von Bewölkung es sich handelt. Beim Regenradar wird mit Hilfe der Farbe die Intensität des zu erwartenden Niederschlags angedeutet. Grün bedeutet schwach, Violet bedeutet stark.

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